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nach dem zweiten Weltkrieg
und in den Anfangsjahren der ehemaligen DDR gab es hauptsächlich
zwei Formen genos-senschaftlicher Organisationen, zu denen die Konsumgenossenschaften,
die Gemeinnützigen Wohnungsbaugenos-senschaften, die landwirtschaftlichen
Produktionsgenossenschaften, die bäuerlichen Handelsgenossenschaften
sowie die Produktionsgenossenschaf-ten des Handwerks gehörten.
Als dritte genossenschaftliche
Form wurden die Arbeiterwohngenossen-schaften (AWG) im Zuge des
neuen Kurses, entsprechend der Verordnung vom 10.12.1953 – Gesetzblatt
der DDR Nr.: 129/1953 – über die weitere Verbesserung der Arbeits-
und Lebensbedingungen der Arbeiter und Rechte der Gewerkschaften,
ab 1954 gegründet.
Einerseits sollte der
eklatante Wohn-ungsmangel in der DDR bekämpft werden und andererseits
den Stamm-beleg-schaften der Großbetriebe Wohn-raum verschafft werden.
Im Jahre 1955 gab es
bereits 300 AWGen. Die Zahl stieg im Jahr 1957 schon auf 500 mit
etwa 60.000 Mitgliedern.
Der Anteil des genossenschaftlichen
Wohnungsbaus schwankte stark und betrug 1957 – 10 %, 1966 – 66 %
und1971 – 17 % am Gesamt neubau-bestand der DDR 1983 waren ca. 800.000
AWG-Wohnungen erbaut.
Wie sahen nun die 50
Jahre genos-senschaftlichen Bauens und Wohnens
in unserer Heimatstadt aus?
Diesem Thema haben wir
den Hauptteil dieses Journals gewidmet, der aber auch nur ein kurzer
Abriss der Geschichte sein kann.
Um allen Genossenschaftlern,
ob jung oder alt, die Möglichkeit zu geben, sich
über Aktivitäten der AWG-Mitglieder der ersten Stunde, aber auch
über die Nachwende-jahre zu informieren, ist im Zeitraum Juli/August
eine genossen-schaftliche Ausstellung über 50 Jahre
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AWG- WBG
zu sehen. Diese wird im Muse-um in der Adlerapotheke stattfinden.
Eine Kommission von Mitgliedern und Mitarbei-tern der Verwaltung
hat in liebevoller Klein-arbeit Dokumente der Entwicklung des ge-nossenschaftlichen
Wohnens und Lebens
in Eberswalde zusammengetragen.
Wir wünschen
Ihnen viel Spaß beim Besuch dieser Ausstellung, die durch einzelne
Son deraktionen ergänzt wird.
Vielleicht
erkennen Sie sich oder Ihre Nachbarn beim Spatenstich oder einem
Richtfest?! Zeigen Sie Ihren Kindern und Enkeln, wie die Begriffe
Eigenleistung, Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstbestimmung
damals umgesetzt wurden und auch noch heute Bestand
haben.
Denn durch
Kontrollfunktion der Vertreter-versammlung sowie die fachliche,
jährliche Prüfung des Prüfungsverbandes ist Ihnen
ein sicheres Gefühl gegeben, dass mit den finanziellen Mitteln der
Genossenschaft alles in Ordnung ist.
Um den Stellenwert
genossenschaftlichen Wohnens zu erhöhen, werden wir uns an einer
bundesweiten MarketingInitiative zur Stärkung der Wettbewerbsposition
von Wohnungs-genossenschaften beteiligen. Genossenschaftliches Wohnen
muss den gleichen Stellenwert erhalten wie das individuelle Wohnen
oder das Wohnen zur Miete!
Liebe Genossenschaftler,
wir blicken zurück auf anstrengende aber auch schöne Stunden in
50 Jahren genossenschaftlichem Lebens. Freuen wir uns auf weitere
50 Jahre, in der die Wohnwertverbesserung, die Betriebs- und Mietkostenstabilität
sowie der Stadtum-bau im Mittelpunkt stehen.
Auch, wenn
unser Motto lautet „Ihr Zuhause
in Eberswalde“, so rufe ich Ihnen zu, „Unser Zuhause ist Eberswalde
– ist unsere Wohnungsbau-genossenschaft.“
Ihr Horst
Gerbert
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