Vorwort

50 Jahre AWG
ein Stück Eberswal-
der Wohngeschichte

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lohnt sich

Impressionen vom großen Festumzug

Gestatten
Paul Polster

Mehr Platz und Raum für Neues

WBG hat gut abgeschnitten

Neue Chancen beim Balkonwettbewerb

Neues aus dem Verein Dreipunkt e.V.

Schule einmal anders

Aus dem Genossenschaftsleben

WBG intern

Impressum



50 Jahre AWG

ein Stück Eberswalder Wohngeschichte

Im Jahr 2004 liegt die Gründung der Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft nun 50 Jahre zurück. Fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges herrschte in den deutschen Städten noch immer große Wohnungsnot. So kam der damalige Regierungsbeschluss von 1953, der zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen aufrief, gerade recht. Der Staat wollte, Hilfe zur Selbsthilfe gewähren, wenn die Menschen bereit wären, ihre Wohnprobleme selbst aktiv zu lösen. Es entstand die Idee, Genossenschaften zu gründen, deren Mitglieder Arbeiter waren, die sich nahe ihrem Arbeitsplatz eigenen Wohnraum errichten konnten. Die großen Betriebe der Region griffen den Gedanken der ehemaligen Spar- und Bauvereine wieder auf und es wurde zur Bildung von Arbeiter-Wohnungsbaugenossenschaften aufgerufen.

Erste AWG im August 1954 gegründet

Die Mitglieder der Genossenschaft konnten sich mit staatlicher Hilfe selbst modernen, zweckmäßigen Wohnraum schaffen. Auch entsprechende Gemeinschaftsein-richtungen wurden in die Planung aufgenommen, um die sozialen Kontakte der Bewohner zu festigen Die Industriebetriebe am Standort hatten die Betreuung der jungen Genossenschaftler übernommen und unterstützten mit Baumaschinen und Materialbeschaffung. In unserer Stadt waren es der VEB Kranbau Eberswalde, der VEB Rohrleitungs- und Apparatebau Finow und wenig später das (VEB) Walzwerk Finow, die die ersten AWGen gründeten. Die baumutigen Genossenschaftler wollten für ihre jungen Familien guten preisgünstigen Wohnraum schaffen und konnten sich mit einem festgelegten Pensum an Eigenleistungen und finanziellen Beiträgen das Recht darauf erwerben. So kam es am 18. August 1954 zu einer Versammlung von zehn fest Entschlossenen, die in der Folge die erste AWG „Ernst Thälmann“ gründeten. Wenn man bedenkt, dass in nur vierzehn Tagen

alle finanziellen Hürden genommen, von der Stadt Bauland bereitgestellt war und auch die entsprechenden Baupläne vorlagen, ist das schon eine beachtliche Leistung.

Eberswalde – Westend

Am 4. September 1954 war dann endlich, der große Tag des ersten Spatenstichs gekommen. Die ersten Häuser entstanden in Eberswalde Westend an der Triftstraße. Hier wurden bis 1955 vier Doppelhäuser fertig gestellt. Unentbehrlich war bei den Bauarbeiten ein ordentliches Transportfahr-zeug. So waren die Häuslebauer stolz auf ihren Magirus Deutz, der ständig im Einsatz war. Die Ziegelsteine, in der Finower Ziegelei gebrannt, wurden direkt vom Schiff am Oder-Havel-Kanal auf das Fahrzeug

entladen, um dann zur Baustelle gebracht zu werden. Klar, dass hierbei viele fleißige Hände gebraucht wurden. Auch an der Werbelliner Straße und an der Boldtstraße wurden weitere vier Häuser des Typs AR 511, ein Standardprojekt der Deutschen Bauakademie, errichtet. So konnten bis 1956 bereits 16 Familien ihr neues Heim beziehen.

Finow Ost, Platz der Jugend

Ebenfalls 1954, am 4. November gründeten Genossenschaftler die AWG „Herbert Warnke“ im VEB Rohrleitungs- und Apparatebau Finow. Ab 1955 entstanden in Finow Ost zuerst fünf Wohnreihenhäuser vom Typ AR 511 und AR 32. Im Dezember 1956 waren die Häuser des „Ersten Hufeisens“, Platz der Jugend 1-20 fertig gestellt. Wie viel Schweiß auch hier in­zwischen geflossen war, wird vorstellbar, wenn man bedenkt, dass jedes Mitglied 1.200 Stunden Eigenleistung zu erbringen hatte, die mit 1,50 Mark angerechnet wurden. Auch die Fino­wer standen am Hoffmanschen Ringofen der ortsansässigen Ziegelei Schlange. Sie holten die Steine teils noch warm aus der Brennkammer. Als Lohn der Mühen zahlte eine Familie 1957 eine monatliche Kaltmiete von 0,58 Mark pro Quadratmeter Wohnfläche, worin Müllabfuhr, Schornsteinfegergebühr und Versicherung enthalten waren.

Neue Trägerbetriebe mit im Boot

Auch in anderen Betrieben wurde für den Beitritt zur AWG geworben. Im Frühjahr 1957 folgte im VEB Walzwerk Finow die Gründung der AWG „1. Mai – Finowtal. Diese schloss sich noch im gleichen Jahr mit den Genossen vom Rohrleitungsbau zusammen. Die Mitgliederzahl betrug 28 Personen, den Vorsitz übernahm Henry Schulz und der zweite Bauabschnitt in Finow konnte beginnen. Innerhalb dieser Bauphase wurden letztmalig Reihenhäuser erbaut und es entstanden die Häuser am Platz der Jugend 21-26

Geschossbauten – eine neue Ära

Von 1957 bis 1960 entstanden im dritten Bauabschnitt die Häuser Platz der Jugend 27 bis 33. Jetzt wurde mehrgeschossig gebaut, denn die Anzahl der Bewerber für eine AWG-Wohnung war inzwischen angewachsen. Andere Betriebe übernahmen als Trägerfirmen ebenfalls Verantwortung für den Wohnungsbau. Zu diesem Zeitpunkt war es schon oft schwierig, die Eigenleistungen der Mitglieder mit dem Bauablaufplan zu koordinieren. Als Eigenleistung mussten vorwiegend Schachtarbeiten erbracht werden, wobei von jedem Genossenschaftler mindestens 180 Stunden erwartet wurden. Das bedeutete, ungefähr ein halbes Jahr lang jedes Wochenende, Sonnabend und Sonntag, acht Stunden zu schuften. Das alles fast nur in Handarbeit. Der Mutterboden wurde nach der Vermessung mit Hilfe einer Kipp-Loren-Feldbahn am Rande der Baugrube zwischengelagert, der Bauaushub mit klapprigen Förderbändern bewältigt. Aber, wo ein Wille ist findet sich bekanntlich auch ein Weg und mit dem richtigen Verpflegungspaket, von den Ehefrauen auf die Baustelle gebracht, lief die Arbeit gleich noch mal so gut.

Einige Fakten

Im dritten Bauabschnitt wurden 12 Wohneinheiten vom Typ LW 56/50 (Platz der Jugend 27 – 29) und 16 Wohneinheiten vom Typ TW 58 / LIC 22 (Platz der Jugend 30 – 33) errichtet. Die Kosten betrugen 705.900 Mark, der Anteil an manueller und materieller Eigenleistung 77.500 Mark. Das waren, bei dem inzwischen mit 2,50 Mark kalkuliertem Stundenlohn, 31.000 Stunden erbrachter Arbeitsleistung. Die Baukosten für eine Wohnung betrugen 25.210 Mark.

Auch andere Stadtteile erschlossen

1956 gründeten der Kraftverkehr Eberswalde und die Deutsche Post gemeinsam die AWG „Freundschaft“. Die Genossenschaft baute in Nordend an der Poratzstraße und der Anne-Frank-Straße 90 Wohnungen. Ab 1975 schloss sie sich mit der Westender AWG zusammen.

Blick nach Eberswalde-Westend

1956 wurden im Stadtteil Westend an der Schulstraße, Heidestraße und Kurt-Göhre-Straße weitere zweigeschossige Wohn­blocks erbaut. 1957 ging man an der Otto-Nuschke-Straße, Kurt-Göhre-Straße und Triftstraße dann zur dreigeschossigen Bauweise über. 1959 rückte das Gelände westlich der Triftstraße Richtung Wildpark ins nähe­re Interesse. Leider befanden sich in dem locker bewaldeten Buschland noch die Stellungen einer sowjetischen Flak-Batterie mit Bunkern und Einrichtungen. Der ehemalige schwarze Weg, welcher zum Wildpark führte, wurde zur Wildparkstraße aus­gebaut. Da die Räumungsarbeiten der sowjetischen Flak noch andauerten, wurde 1960 zunächst mit der Errichtung von insgesamt sieben Wohnblocks auf der westlichen Seite der Wildparkstraße begonnen. Als problematisch erwies sich hierbei der wechselhafte Baugrund, welcher in der Nähe der Drehnitz-Niederung völlig andere Ei­genschaften als oben an der Wildparkstraße aufwies. Deshalb wurden die sieben Wohnblocks mit einer Setzungsfuge in der Blockmitte versehen. Dieser Bauabschnitt wurde 1963 abgeschlossen. Von dem großen gemeinsamen Richtfest aller Anwohner spricht man noch heute. Letztmalig wurde hier Stein auf Stein gebaut. Das zentrale Waschhaus, inmitten des Wohngebietes errichtet, erwies sich bald als unnötig. Als erster Verwaltungssitz und Reparaturstützpunkt war das Gebäude dagegen ideal geeignet. Von hier aus konnten vor allem Kleinreparaturen gut und kostengünstig in eigener Regie durchgeführt werden. Die Verwaltungsarbeit wurde ab 1959 hauptamtlich geführt.

Die ersten Plattenbauten

1963 begannen die Vorbereitungen für den industriellen Wohnungsbau. Am Oder-Havel-Kanal war ein modernes Betonwerk entstanden, welches die benötigten Betonelemente in großer Stückzahl fertigen konnte. Das Wohnungs- und Gesellschaftsbau-Kombinat Frankfurt/Oder hatte die Projekte erstellt und den Maschinenpark angeschafft. Weihnachten 1964 stand bereits der erste Block für den staatlichen Wohnungsbau an der Walther-

Kohn-Straße, dem zwei weitere folgten. Danach wurden sechs Blöcke für die AWG, alle mit vier Geschossen, errichtet. Mit Fertigstellung der Wohnblöcke an der Karl-Klay-Straße und Walter-Kohn-Straße waren auch die Bauarbeiten im Stadtteil Westend abgeschlos-sen. Die Genossenschaft bot hier 720 Familien eine ruhige waldnahe Wohnlage, geschätzt und geliebt von den Bewohnern.

Auch in Finow höher hinaus

1960–62 wurde der erste dreigeschossige Wohnblock an der Fritz-Weineck-Straße in Finow errichtet. Hier hatte die AWG auch ihre erste Geschäftsstelle. Die Mitgliederzahl war auf 256 Personen gestiegen, so dass eine Delegiertenversammlung gebildet wurde, die den Vor­stand und die Revisionskommission zu wählen hatte, den Finanz- und Reparaturplan beschloss und die genossen­schaftsinternen Abläufe beglei­tete. In dieser Zeit führte Walter Manthe den Vorsitz der Finower AWG. Die Bauarbeiten erfolgten dank der Trägerbetriebe mit Einsatz von Planierraupen Autodreh­kranen und Materialaufzügen, so dass sich die Kosten Pro Wohnung auf 22 280 Mark verringerten. Es folgten viergeschossige Blöcke entlang der Fritz-Weineck-Straße und Ring­Straße. Um das Bautempo zu steigern wurden ab 1966 auch hier in Finow Hohlblocksteine verwendet. Eine Neuerung gab es in den Häusern der Ringstraße 29–50. Hier wurden erstmals Kachel-Ofen-Luftheizungen eingebaut. Von einer Feuerstelle aus, im Flur gelegen, wurden durch Luftkanäle alle anderen Zimmer beheizt – ein enormer Fortschritt.

1965 Bau des Leibnizviertel

Ein neues Wohngebiet entstand ab 1965 in Eberswalde, herrlich gelegen am Nordufer des Finowkanals, zwischen Stadtmitte und Nordend. Vom Wohnungs- und Gesell-schaftsbau-Kombinat Frankfurt/Oder, Betriebsteil Eberswalde wurden hier ebenfalls Wohnblöcke der Serie P 1 Halle

mit Kachelofenluftheizung montiert. Von den acht Blöcken mit insgesamt 288 Wohnungen erhielt die Genossenschaft 104. Nach Abschluss der Bauarbei­ten in diesem Stadtteil ging die Großblockbauweise zunächst in Finow weiter. 1970 folgte dann hier der zweite Bauabschnitt wobei sich das Baugelände zwischen Georg-Friedrich-He­gel-Straße, Wilhelmsbrücke und Breiter Straße erstreckte. Die hier entstandenen Blöcke vom Typ Halle P 1 wurden in fünf Wohnebenen gebaut und an die Fernwärmeversorgung angeschlossen. Von den insge­samt 2500 Wohnungen erhielt die AWG 600.

1970 Ringstraße in Finow

Höher hinaus ging es ab 1970 auch in Finow, wo fünfgeschossige Wohnblocks ent­standen (Ringstraße 111–130), die erstmals mit Fernwärme versorgt wurden. Weitere 260 Fernheizungswohnungen wur­den 1973 im Kopernikusring übernommen. Die industrielle Bauweise brachte aber auch Probleme mit sich, denn die Genossenschaftsmitglieder konnten während der Bauphase nicht mehr unmittelbar mitarbeiten. Die Eigenleistung musste des­halb weitestgehend .nanziell erbracht werden und betrug für eine 3-Raum-Wohnung z. B. 1.200 Mark. Die Mitglieder konnten jedoch Straßen- und Wegebauarbeiten ausführen sowie Grünanlagen anlegen. Es wurden Arbeitsleistungen von 270.000 Mark erbracht, wobei in dieser Zeit eine Arbeitsstunde 4,00 Mark wert war.

1977 Wohnkomplex Max Reimann

Um den nach wie vor großen Bedarf an Wohnungen in Eberswalde zu decken, wur­de 1977 der Grundstein für das Max-Reimann-Viertel gelegt. 5000 Wohnungen sollten südlich von Finow Richtung Spechthausen mitten im Wald gebaut werden. Schon im April 1978 konnten die Schlüssel für die ersten 40 Wohneinheiten in der heutigen Uckermarkstraße vom Typ P1 Halle übergeben werden. Diese Wohnungen waren überwiegend für Mitarbeiter des SVKE bestimmt. Ab 1978 entstanden die ersten Blöcke vom Typ P 2 RS, des so genannten „Schwedter Typs“. Im Unterschied zu den bisherigen Bauten waren hier die Küche und das Bad rein funktionell konzipiert und hatten kein Fenster. Bei diesem Baustil entstan­den 1-5-Raum-Wohnungen, die spezielle Wohnbedürfnisse erfüllen konnten. Als weitere No­vität fehlte diesen Blöcken der Keller, der durch ein Sockelge­schoss ersetzt wurde. Das Resultat waren Sechsgeschosser ohne Fahrstuhl - gerade noch zulässig. Der genossenschaftliche Wohnungsbau endete in diesem Wohngebiet 1989. Im Bestand ­­­der AWG befanden sich 700 Wohnungen des Typs P1 Halle mit 2-, 3- und 4-Raumwohnungen, 1.745 Wohnungen des Typs P 2 RS mit Wohnungsgrößen von 1-5 Räumen, also insgesamt 2.445 Wohnungen. In diesem größten Wohngebiet der Stadt entstanden auch die benötigten Gewerbeeinrich-tungen, Schulen, Kitas und Einkaufszentren. Es wurde an das zentrale O-Busnetz angeschlossen.

Zusammenschluss der AWG

Seit 1. Januar 1986 gab es auf Beschluss des Rates des Krei­ses nur noch eine AWG „XI. Parteitag“. Neue Strukturen wurden festgelegt und in den einzelnen Wohn-gebieten entstanden weitere Stützpunkte für die Reparaturarbeiten, die von eigenen Handwerkern ausgeführt wurden.

Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft

Eine weitere Genossenschaft schloss sich 1988 der AWG an. Die Gemeinnützige

Wohnungsbaugenossenschaft, nach dem Krieg aus dem ehemaligen Spar- und Bauverein hervor gegangen, brachte 192 Wohnungen aus dem Eberswalder Altbaubestand in die AWG ein.

Wohnungsbaugenossenschaft Eberswalde-Finow e. G.

Nach der Vereinigung beider deutscher Staaten und der Auseinandersetzung mit den neuen Gesetzlichkeiten besteht seit 9. Dezember 1991 die WBG in ihrer jetzigen Form. Für die Mit­arbeiter gab es jetzt alle Hände voll zu tun und Neues zu lernen, denn es galt, den Bestand der WBG zu sichern und im Sinne der Mitglieder zu entwickeln.

1991 erste Grundmietenerhöhung. So waren die allerorts nötigen Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen auch aus eigener Kraftfinanzierbar.

1993 Sicherung des Grund- und Bodens der Genossen­schaft. 413.000 Quadratmeter Grund­stücksfläche, dazu 6000 Quadratmeter ehemaliger GUS-Objekte wurden übertragen. Die ersten Flächen wurden in individuelles Eigentum überführt. Auch die WBG hatte sich 1993 entscheiden müssen den Antrag auf Schuldenkappung und Zinshilfe zu stellen. Die Auflagen des Altschuldenhilfegesetzes sahen vor, in den nächsten 10 Jahren 15% des Wohnungsbestandes zu privatisieren, weiterhin dem Land und der Kommune Belegungsrechte der Wohnungen zu gewähren.

1994 Kabel-Fernsehen in allen größeren zusammenhängenden Wohngebieten. Fördermittel vom Land für Sanierung der GUS-Wohnblöcke Templi­ner Straße, Oderbruchstraße, Rathenower Straße.

1995 Die Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt der WBG eine Teilentlastung der Alt­schulden. Die Privatisierung nimmt Formen an. Vorgesehen sind in Westend 174 Wohnun­gen, in Finow Ost 84, im Leibnizviertel 464 und in Nordend 90 Wohnungen. Ständig laufen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, besonders im Fassaden- und Fensterbereich. Erster Ex-GUS-Block Oderbruchstraße 10–16 wird über­geben. Beginn der Modernisierung von 90 WE im Leibnizviertel, 240 WE in Westend und 700 WE im Brandenburgischen Viertel in bewohntem Zustand. Die Abteilung Eigentumsverwaltung nimmt ihre Arbeit auf.

1996 Die Privatisierungs­maßnahmen kommen voran, die WBG arbeitet an Mischvari­anten um die Au.agen zu erfül­len. Die Stadt erhält an Objekte ge­bundenes Belegungsrecht für 500 WBG-Wohnungen. Laufende Komplexsanierun­gen in der Heidestraße, Walter-Kohn-, Karl-Klay- und Triftstraße, Ringstraße, Kopernikusring. Ab­schluss im Brandenburgischen Viertel (700 Wohnungen). Mo­dernisierung und Instandhaltun­gen: in weiteren Wohngebieten Einbau von Haustüranlagen, Dachsanierungen (Lichtkup­peln), Gestaltung der Außenan­lagen, Wartung der HA-Anlagen und Lüftungssysteme. Auch Nichtmitglieder können über Zeitmietverträge bei der WBG wohnen.

1997 Ein Investitionsvolumen von zirka 70 Millionen Mark aus KfW-Darlehen und Eigenmitteln wird im laufenden Jahr unter Hochdruck umgesetzt. Das Oderhochwasser fordert den Einsatz aller Kräfte an den Katastrophenorten. Die WBG hat 5119 Wohnungen in ihrem Bestand, davon stehen 394 leer. 170 Mitglieder möchten Wohneigentum erwerben.

1998 Wahl der neuen Vertreterversammlung. Privatisierung wird über Zwi­schenerwerbermodell beschleunigt. Abschaffung der Ofenheizung wird vorbereitet. Einführung des neuen Systems zur Müllerfassung (Bobby-Boxen) in geeigneten Wohngebieten. 40 Millionen Mark werden in Westend für Komplett- und Teilsanierungen investiert. Wohnungszusammenlegungen im Brandenburgischen Viertel bewähren sich.

1999 Die WBG bildet erstmals einen Lehrling aus. Das älteste Haus aus dem Be­stand – die Breite Straße 2 ist liebevoll saniert. Die vier ersten Plattenbauten an der Finower Ringstraße (1966/67 erbaut) werden komplett saniert und mit Solaranlagen ausgestattet. Dieses Pilotprojekt unterstützt die Warmwasserbereitung. Regenwasserzisternen senken den Wasserverbrauch bei der Pfl.ege der Außenanlagen. Die WBG stellt eine Sozialmanagerin ein.

2000 Erste Gästewohnungen im Brandenburgischen Viertel auch für Nichtmitglieder. Die WBG ist im Internet präsent Im Brandenburgischen Viertel steigt das erste große Familienfest. Sanierungskur an der Ringstraße 29-50, 12,5 Millionen Mark investiert.

2001 Schlussbescheid der Kreditanstalt für Wiederaufbau bestätigt Teilentlastung von Altschulden. Weitere Privatisierungen ohne Erlösteilung. Hoher Leerstand im Brandenburgischen Viertel, erste Abrisspläne. Gedenktafel am ältesten Haus der WBG, Breite Straße 2 wird enthüllt. Der Verein „Dreipunkt e. V.“, in dem sich Generationen begegnen können entsteht.

2002 Komplettsanierung am Kantplatz mit Grundrissveränderungen, Fassadengestaltung und Energiesparmaßnahmen beginnen. Kampf gegen den Leerstand mit dem Stadtumbaukonzept Ost, Fördermittel in Aussicht, WBG packt den Stier bei den Hörnern, Ziel ist finanzielle Entlastung. Umbau der Lausitzer Straße und der Flämingstraße zu attraktiven Wohnstätten, Fahrstuhl, verbreiterte Balkone, Küchen jetzt mit Fenster (9,8 Mio Euro).

2003 Rekonstruktion des Kantplatzes nach historischem Vorbild abgeschlossen, ein Schmuckstück zum 110. Ge­burtstag des Spar- und Bauvereins. Mit einem Herbstfest wird das Ereignis gefeiert. WBG ist auf den 2. Eberswalder Wirtschaftstagen präsent. Abriss erster Blöcke im Brandenburgischen Viertel – die richtige Entscheidung. Zwei neue Azubis werden eingestellt.


Ausstellung 50 Jahre AWG

ein Stück Eberswalder Wohngeschichte

Als Beitrag im 750. Jubiläumsjahr unserer Stadt gestaltet die WBG Eberswalde-Finow
e. G. ab 5. Juli 2004 eine Ausstellung im Museum unserer Stadt. Sie ist zentraler Höhepunkt im 50. Jahr des AWG-Jubiläums

Hier kann man die Entstehung vieler Wohngebiete von Eberswalde und Finow nacherleben. Während die ersten Häuser von den Genossenschaftlern mit vollem Körpereinsatz noch selbst gebaut wurden, löste später die industriemäßige Plattenbauweise die Handarbeit ab. Jetzt wurden Wohnungen im Akkord produziert. Ein Blick zurück zum Eberswalder Spar- und Bauverein zeigt, wo einst die Wurzeln des gemeinschaftlichen Bauens und Wohnens lagen.